skihelmpflicht?

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ich hab vor einigen tagen bereits getwittert, dass ich mich dazu entschlossen habe, ab sofort mit helm ski zu fahren. die entscheidung brauchte ein wenig, bis sie reif war. denn leider komm ich doch nur wenige tage im jahr zum skifahren, da ist eine investition von mind. 100 euro (meiner war am ende noch ein stück teurer…) zumindest eine überlegung wert. zum anderen ist es einfach ungewohnt.

ich kann mich gut erinnern, als kind mit helm gefahren zu sein. ein rundes, stares teil, mit vielen aufklebern drauf, da fühlt man sich gleich wie ein grosser rennfahrer. zur info, ich dürfte mit 4 oder 5 jahren mit dem skifahren angefangen haben, müsste ich mal nachschauen…

irgendwann wurde der helm zu klein, landete in der ecke (ob der auf dem speicher noch existiert? *grübel*) und es wurde kein neuer angeschafft. warum auch, man war ja jetzt gross genug, braucht man doch nicht. niemand fuhr mit helm.

inzwischen haben sich die helme optisch wie funktionell doch ein ganzes stück weiter entwickelt. leichter, gefälliger. aber halt leider auch nicht ganz billig. als lasse vor zwei jahren bei der julis-winterakademie mit helm auftauchte war noch der gedanke “naja, braucht’s den wirklich?” da, zugegeben. inzwischen denk ich da etwas anders. und die meldungen allein aus diesem winter lassen mich zunehmend aufhorchen:

das gibt einem zu denken.
bevor ich meinen helm gekauft habe, hab ich mich natürlich ein wenig im netz informiert. dabei bin ich auf folgenden beitrag vom bayrischen rundfunk gestossen. was auch mir nicht bewusst war (warum auch?): man wird als skifahrer ja doch ganz schön schnell. die gemessenen 60km/h fand ich sogar noch moderat…

meine erfahrung zum helmkauf auch noch kurz und knackig:
man muss die teile einfach probieren, probieren, probieren. jeder helm hat ne andere form und wenn der nicht richtig sitzt oder am ende sogar drückt wird man ihn wohl eher daheim liegen lassen. dann kann man sich das geld aber sicher auch sparen.

so, und nun zur spannenden frage: sollte es eine pflicht geben, einen helm zu tragen?

was für die nutzung eines helmes spricht, hab ich glaub ich schon dargelegt. man darf ausserdem nicht vergessen, dass es nicht immer eines tragischen zusammenstosses mit einem anderen skifahrer bedarf. ein einfaches wegrutschen auf eisiger piste kann schon dazu führen, dass der kopf hart aufschlägt.

niemand käme heute noch auf die idee, einem mofa-fahrer, der ja auch nur 25km/h fahren kann, die helmpflicht abzusprechen. auch beim radfahren wird das teil mehr und mehr obligatorisch, wenn auch nach wie vor freiwillig.

reicht das? braucht es eine weitere pflicht? den staat, der hier was vorschreibt? und was passiert, wenn der skifahrer keinen helm aufhat? welche polizei wird ihn überwachen? und ist das nicht eigentlich ein thema für die EU?

ich würde einer helmpflicht aktuell glaub ich durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen, tendiere aber wie so oft zur eigenen vernunft, zu aufklärung und guter information (wie zb auch hier) und hätte für den fall, dass es doch zu einem unfall kommt, einen vorschlag: die krankenkassen könnten die krankenkosten anteilig umlegen, wenn kein helm getragen wurde.

das man sich beim skifahren auch weiterhin verletzen kann, auch mit helm (siehe die zweite meldung weiter oben, der mit helm hatte auch einen schädelbasisbruch!), sollte allen beteiligten natürlich klar sein.

in italien und kroatien gibt es übrigens eine helmpflicht für unter 14jährige. macht durchaus sinn, wenn man unterstellt, dass kinder eben noch auf die entscheidungen von erwachsenen angewiesen sind.

mit dem aktuell prominenten fall althaus wird es aber ziemlich sicher eine neue diskussion darüber geben, ob eine skihelmpflicht eingeführt werden soll. wer sich darauf vorbereiten mag, kann sich ja schonmal einlesen ;)

12 reaktionen zu “skihelmpflicht?”

  1. sunsetsurfer

    Unser Verein hat für seine Ski- und Snowboardkurse schon vor mehreren Jahren eine Helmpflicht eingeführt - für mich als Lehrer war das daher der Anlass, einen Helm zu kaufen. Privat habe ich ihn allerdings zunächst nicht getragen. Erst nachdem ich mir auf einer scheinbar herrlich präparierten (blauen!) Piste durch Wegrutschen auf einer Eisplatte ne zum Glück noch leichte Gehirnerschütterung zugezogen habe entschied ich mich, mich Helm zu boarden. Und das hat sich für mich mittlerweile schon mehrfach ausgezahlt!

  2. Lasse

    Ja, bin bei der Pflicht auch noch etwas unentschlossen, für Kinder aber auf jeden Fall.

    Nach der Erfahrung bei der Winterakademie vor zwei Jahren hab ich mir sogar einen Rückenpanzer zugelegt … wenn man sich erstmal drangewöhnt hat, stört sogar der nicht mehr in der Bewegung.

  3. fifi

    lasse, stimmt, den rückenunfall hatte ich schon wieder ganz verdrängt…

  4. Jan

    Zwar bin ich absoluter SKi-Analphabet aber von einer Helmpflicht hielte ich rein gar nichts, auch nicht für Kinder. Es ist zwar offensichtlich, dass son Helm natürlich eine gute und absolut empfehlenswerte Sache ist - aber sollte sowas nicht jeder selber wissen? Und das Beispiel mit dem Rückenpanzer zeigt doch, dass vernünftigerweise bei nem Helm auch noch nicht Schluss sein sollte.

    Und was ist mit der Helmpflicht für Radfahrer? Oder vielleicht auch noch für Fußgänger, jedenfalls im Stadtverkehr? Ich glaube, da geht Einiges, die Frage ist aber, ob man den Leuten solche Fragen nicht selbst überlassen sollte,

  5. fifi

    update zwischendurch: der dieter althaus hat wohl einen helm getragen - die skifahrerin, die mit ihm kollidierte und starb aber nicht.

    @jan: das ist das übliche dilemma. vertraut man darauf, dass die menschen das richtige machen? oder muss man sie dazu erst aufs richtige gleiss setzen?

    bsp. anschnallpflicht. meine eltern (und viele weitere damals genauso) sind früher (>20jahre) nie angeschnallt gefahren. bis es auf einmal richtig teuer wurde…

  6. Jan

    Stimmt schon, nur kann müsste man es nach so einer Logik eben noch viel weiter treiben, wenn man konsequent sein wollte.

  7. fifi

    oder man sorgt mit entsprechender aufklärung und information dafür, dass es nicht soweit kommt. ich glaub, das muss immer der erste weg sein. quasi der erste versuch. und nur im falle des irrtums darf der griff zur pflicht her …

    in diesem fall gibt es jetzt sicher genug anlass, zu informieren.

    und mal sollte auch nicht vergessen: skifahren war noch nie besonders verletzungsarm…

  8. Jan

    Ja, das sehe ich auch so. Der Fall Althaus hat sicherlich einiges Aufrüttelungspotenzial. Das soll man dann auch ruhig ausnutzen.

  9. Filterblog » Ereignisreiches 2009

    [...] Skiunfälle und Helmdiskussionen, feiernde Revolutionäre, Krieg in Nahost, sogar Schnee selbst bei uns im Norden gibts. Ereignislos ist das Jahr 2009, dass mal grade einen ganzen Feiertag plus ein paar Stunden alt ist, nicht grade. [...]

  10. Mama

    Helmpflicht ja/nein schön und gut, aber (auch wegen dem Vergleich mit anderen Verkehrsteilnehmern) mir wäre ein Alkoholverbot auf der Piste viel lieber. Was da manchmal rotzetütenvoll nachts von der Hütte für Gestalten runterfahren, ist auch nicht mehr feierlich.

  11. Sollen Skifahrer einen Schutzhelm tragen oder nicht? Kommt jetzt die Skihelmpflicht? | Hilfe beim Leben

    [...] Wirkungen von Schutzhelmen und dass es garnicht so schlimm ist mit Helm Ski zu fahren schreibt auch fifi. Dabei vergleicht er die Skihelmpflicht mit der Helmpflicht selbst für Mofafahrer, wobei deren [...]

  12. JC

    Ich habe mir direkt im Urlaub einen Helm gekauft. In der Tat, da gilt: Probieren, probieren, probieren! Und zum Glück haben die Helme von heute mit denen aus unserer Jugend nur noch wenig gemein :-)

    Helmpflicht… “Wer Hirn hat, schützt es” stand auf den Plakaten an den Liftstationen. Ich mag die Regelementierungswut nicht, irgendwann wird noch gesetzlich vorgeschrieben, wie viele Mahlzeiten die Bürger einzunehmen haben.

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