“der” mindestlohn !?

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rayson hat schon recht, wenn er indirekt die frage in den raum stellt, ob “der mindestlohn” eigentlich prinzipiell auf 7,50 euro festgelegt ist, wie es der spiegel in seinem artikel suggeriert.

man kann die spd und die gewerkschaften eigentlich nur beglückwünschen, dass sie diesen wert offensichtlich mehr und mehr in den köpfen verankert hat. glückwunsch auch an verdi, dass man bei der post sogar einen noch höheren mindestlohn herausgeschlagen hat (8,00 - 9,80 euro).

mein persönlicher mindestlohn (genau, das ist der betrag, bei dem ich anfange, meine freizeit gegen arbeit einzutauschen) liegt übrigens deutlich über 7,50 euro, auch wenn ich im osten zuhause bin.

5 reaktionen zu ““der” mindestlohn !?”

  1. Matthias

    Leider hat nicht jedeR die Möglichkeit, für sich einen persönlichen Mindestlohn festzulegen, dafür sorgen schon solche Dinge wie “Zumutbarkeit” und die entsprechenden Sanktionen.

  2. fifi

    nun, der lohn hat ja immer was mit produktivität zu tun. so zumindest die theorie. offensichtlich hab ich genug in meine fähigkeiten investiert (zugegeben: dank schule und uni, die mich bisher nichts gekostet haben, die aber auch jedem anderen offen gestanden hätten…), dass ich jetzt auch einen höheren ertrag erwirtschaften kann.

    ein unternehmen wird doch auch in der zukunft nur denjenigen einstellen, der im wahrsten sinne des wortes sein geld wert ist. und wenn dieser lohn für den einzelnen zum leben nicht reicht, gibt es ja reichlich modelle, wie dem zu begegnen wäre (bürgergeld, kombilohn, auch hartz4 ist ein solches (schlechtes) modell…). deshalb hat dirk niebel schon recht, wenn er wiederholt darauf hinweist, dass es um mindesteinkommen gehen muss, nicht um mindestlohn.

  3. ml

    ich bin ja für grundeinkommen, bedingungslos. da werden wir uns wohl nie treffen. was den mindestlohn angeht: wenn du nicht für unter 7,50 € arbeiten gehen willst, warum sollt das dann ein anderer tun? und: warum tun das so viele - besonders im osten (jeder 5. unter 7,50?).

    btw, mir stand die uni nicht offen, da ich kein abi habe. warum? ich war nicht schlecht in der schule - aber als ich den wunsch abi / studium zuhause angebracht habe, verwiesen meine eltern auf ihre Geldbeutel und winkten ab. So hab ich mich durch die Realschule gequält.

    wenn du mal ganz unvoreingenommen den herrn marx lesen würdest, speziell zum thema lohnfindung, könntest du auf den trichter kommen, das “lohn” so wenig mit produktivität zu tun hat wie sauerkraut mit rotkraut.

  4. fifi

    gerade ein bedingungsloses grundeinkommen würde ja dazu führen, dass dann wirklich niemand mehr im niedriglohnbereich arbeiten wollte.

    auch die realschule muss einem nicht von einen studium oder einer guten ausbildung abhalten. dass die eltern auch heute noch die entscheidung über berufswege mehr beeinflussen als die realen leistungen der schüler wäre im übrigen auch mal ne diskussion wert.
    in meinem fall übrigens nicht anders, aber eben mit dem vorsatz “mach dein abi, dann stehen dir alle optionen offen” - recht hatten sie, meine eltern.

    zum marx, den hab ich noch nicht gelesen, richtig. gedenke auch ehrlich gesagt nicht, meine zeit dafür herzugeben. denn wenn man bereits zu beginn von einer “ausbeutung der arbeiter” ausgeht, ist die stossrichtung doch eh vorgezeichnet.

  5. ml

    zu marx: wenn man das ganze mal mit ein bisschen psychanalyse mischt, kommt man schnell drauf, das sowohl arbeitnehmer als auch arbeitgeber getriebene der gwg’ bewegung sind - die einen produzieren, lassen sich bezahlen - um die soeben produzierten güter gleich wieder zu kaufen. die anderen geben sich dem gleichen spiel hin, ohne ausweg, ohne sinn.

    der rsabschluss war mit jetzt auch nicht wirklich hinderlich, ich hab schon relativ gut geschossen. aber es geht ja nicht um mich.

    was das mit dem grundeinkommen angeht: es gibt dann halt keinen niedriglohnsektor mehr, weil sich niemand mehr für 3,40 € irgendwo hinstellen muss. wenn man will, dass solche dienstleistungen erbracht werden - muss dann halt einfach mal mehr zahlen.

    aber das ist eine diskussion, die bei einem bier besser geführt ist.

    herzliche glückwünsche übrigens zur wahl :)

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